Odda - Gletscher, Fjord und Wasserfälle

Odda am Sørfjord

Als Ziel unserer Tagesetappe erreichen wir die Stadt Odda am Sørfjord, einem Nebenarm des berühmten Hardangerfjords. Der Ort scheint in der Nachsaison etwas ausgestorben und überhaupt hat die Stadt Ihre Glanzzeiten wohl schon hinter sich, wie die zahlreichen Hinweise auf alte Industriestandorte und zugehörige Museen vermuten lassen.
Unsere erste Wahl fällt auf das Hardanger-Hotel am Hafen, da dieses zu bezahlbaren Konditionen über einen kostenlosen Breitbandanschluss mit 14 Megabit(!) verfügt. Es wird also nach mehreren Tagen Online-Abstinenz eine lange Nacht…

Odda liegt unterhalb eines Gletschers und so sehen wir zum ersten Mal auf unserer Spätsommerfahrt im August echten Schnee aus der Nähe. Da der Aufstieg zum Gletscher allerdings 2 Stunden Fußmarsch bedeutet und wir nur auf der Durchreise zu unserem eigentlichen Ziel nach Laerdal sind, vertagen wir die Gletschertour auf später.

Homepage: Odda
Wikipedia Info: Odda

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach…

Wassermühle im Suldal

Der Regen treibt uns weiter nach Norden ins Landesinnere, wo das Wetter angeblich beständiger sein soll, als an der Küste.
Wir haben Glück, und zumindest heute auf der Fahrt klart es abschnittsweise auf, so dass wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten und neue Landschaften unterwegs bestaunen können. Am Ende des Tages haben wir nur 120km (inkl. 2 Fjordfähren) geschafft, aber die Fahrt genossen…
Bei Sand im Suldal finden wir eine alte Wassermühle am Wegesrand, die dem alten Kinderlied alle Ehre macht - das Klappern und Rauschen ist wirklich unverkennbar!

Homepage: Ryfylkemuseet

Regentage in Tau

Regen auf der Veranda in Bjorheimsbygd

Von Stavanger aus hatten wir uns eine Hütte auf der anderen Fjordseite in der Nähe von Tau gebucht, da in Stavanger aufgrund eines Festivals alle Gästebetten belegt waren. Das schlechte Wetter veranlasst Reinhard, vorzeitig die Heimreise mit dem Zug anzutreten und so sind wir nun wieder zu zweit unterwegs.
Die Hütte liegt 8km hinter Tau in Bjørheimsbygd, einem kleinen Nest, das nur aus einer Handvoll Häusern besteht. Von der Umgebung bekommen wir nicht allzuviel mit, da es 2 Tage lang schüttet wie aus Eimern. Leider hat die Hütte keinen Online-Zugang, aber dafür Satelliten-Fernsehen mit deutschem TV - so können wir seit Wochen mal wieder Tagesschau sehen und uns einen schwachsinnigen Film zum Feierabend reintun…

Mit der Fähre auf Fjord-Safari

Lysefjord-Fähre

Eigentlich hatten wir eine Wandertour zum Preikestolen vor - einem einzigartigen Felsplateau 600 Meter hoch über dem Lysefjord. Aufgrund des miserablen Wetters fahren wir stattdessen etwas mit dem Auto in den Bergen herum und schauen uns die Gegend an. Wie es der Zufall so will, erreichen wir just in dem Moment die Talsole am Fjord, als die letzte Autofähre der Saison dort anlegt und zufällig ist noch genau 1 Autoplatz frei für die Weiterfahrt nach Lysebotn. Da wir Lysebotn ja bislang noch nicht gesehen haben, fahren wir spontan auf die Fähre und setzen unsere Fjordsafari mit dem Schiff fort.

Da Zufälle ja recht selten, dann jedoch gleich geballt auftreten, quatschen uns auf dem Schiff Leute aus Wolfenbüttel an, die unser Autokennzeichen gesehen haben und aus dem Nachbardorf zu Hause kommen…

Unsere Fahrt geht vorbei an den Seehundfelsen, am Kjerak bis nach Lysebotn. Von da steht uns dann die 3-stündige Südroute über die Berge zurück nach Stavanger bevor. Unterwegs haben wir jedoch noch einmal richtig Glück und erwischen ein ausgezeichnetes Sonntagsmenu in einem Hotel-Gasthof inkl. Nachtisch-Buffet und Kaffee-Gedeck für kleines Geld, wo wir es uns am Nachmittag richtig gut gehen lassen!

Wikipedia Info: Preikestolen
Wikipedia Info: Kjerag

Stavanger - Metropole am Wasser

Stavanger

Nach der Tour durch Berge und Wälder nun mal wieder etwas Zivilisation. Reinhard und Lutz sind bereits vor uns in Stavanger eingetroffen. Während Lutz die Heimreise per Schnellboot nach Bergen und von dort mit dem Flieger nach Hause antritt, bleibt Reinhard noch zwei Tage und macht unterdessen schonmal eine adäquate Unterkunft für uns in Stavanger klar. Im 100 Jahre alten Hotel mit stilvoller Einrichtung verbringen wir eine unruhige Nacht, denn die Norweger sind am Samstag Abend in Feierlaune und ziehen bis 3 Uhr morgens jolend und singend durch die Straßen…
Wir schauen noch etwas die wirklich nette Altstadt an und machen am Sonntag einen Ausflug mit der Fähre zu den Fjorden. Leider können wir die nette Unterkunft nicht verlängern und fahren daher am Montag weiter - nicht ohne zuvor noch die guten Einkaufsmöglichkeiten in Stavanger zu nutzen: Friseur, Waschsalon, Reformhaus, Apple-Shop (für WLAN-Repeater)…

Stavanger gehört zu den reichsten Städten in Norwegen, seit die Erdölkonzerne dort Ihre Hauptquartiere angesiedelt haben. Neben der sehenswerten Altstadt aus bunten Holzhäusern gibt es viele moderne Bauten, so auch die neue Hafencity auf der Ostseite - siehe Bild - mit Blick auf die Fjorde auf der anderen Seite der Bucht.

Homepage: Stavanger
Wikipedia Info: Stavanger
Homepage: Hotel Rogalandsheimen

Auf dem Fjell

auf dem Fjell

Das Fjell zeigt sich in einem fast unwirklichen Gesicht - völlig entgegen den gewohnten Landschaftseindrücken von zu Hause. Ein Meer von runden Fels-Formationen wird hügelig eingrahmt von sattem Grün, durchzogen von Hochmooren und Heidelandschaft und immer wieder Wasser - Bäche, Teiche, Seen - so weit das Auge reicht…

Wikipedia Info: Fjell

Freundliche Gesellen

Schafe

So wie der Mensch in Skandinavien freien Zugang zur Natur hat, leben auch die anderen Mitbewohner fast ohne künstliche Schranken. Mitunter kann es vorkommen, dass nach der nächsten Biegung hinter einem Felsen mitten auf der Straße einige Schafe umhertrotten - entsprechend sollte man seinen Fahrstil darauf einstellen…
Wir machen einen kleinen Foto-Stopp am Wegesrand und sofort kommen ein paar neugierige Gesellen, die sich unseren Volvo als neuen Anführer auserkoren haben und ihm in den nächsten eineinhalb Stunden unserer Rast nicht mehr von der Seite weichen.

Klare Bergseen

Bergsee

Im klaren Wasser eines Bergsees spiegeln sich die Schäfchen-Wolken am Himmel. Als der Regen etwas nachgelassen hat nutzen wir den Vormittag noch für eine Erkundungstour auf dem Fjell (Bergwelt oberhalb der Baumgrenze). Die gleiche Landschaft, die sich gestern im Regen noch düster und fast unheimlich gezeigt hat, präsentiert sich nun in freundlichen Farben und strahlendem Glanz.

Hüttenfolklore

Hüttenabend am Mac

Unsere Zwangspause auf dem Campingplatz in Suleskard verbringen wir in einer angenehmen Hütte mit großen Panoramafenstern. Wir schlagen dem Regen ein Schnippchen und machen es uns drinnen gemütlich. Ein paar Kerzen erleuchtet, schöne Musik aus unserer mobilen Reise-Anlage, ein oder zwei Bierchen dazu und die Fotos der letzten Tage in Ruhe sortieren…

Homepage: Suleskard Fjellsenter

Die schönen Seiten des Regens

Regenbogen

Auch wenn der inzwischen immer hartnäckiger andauernde Regen unser Ausflugsprogramm schmälert, bietet er doch ungewohnte neue Ausblicke: Ein seltener Zwillings-Regenbogen zeigt sich über dem Tal und zeichnet eine imaginäre Grenze zwischen Regenfront und Sonnenflecken.